Verstehen. Wertschätzen. Wirken.

Schlagwort: tiefenpsychologisch

  • Coaching als Gartenarbeit

    KI-generierte Illustration, erstellt mit ChatGPT.

    Der Baum wächst nicht, weil er es sich vornimmt. Seine Früchte reifen von selbst – zur Freude seiner Umwelt, von der er lebt. Der Gärtner wiederum ist nicht dazu da, den Baum achtlos zu düngen und Schädlinge zu bekämpfen. Stattdessen sorgt er für Bedingungen, die Entfaltung und Reifung möglich machen. Dazu nimmt er den Baum selbst und sein Umfeld bewusst wahr.

    Coaching ist wie Gartenarbeit. Das Sinnbild steht für meine Haltung als Coach. Meinen Klientinnen und Klienten begegne ich mit Empathie, Wertschätzung und Authentizität. Dies ermöglicht Empathie für sich selbst. Man muss nichts wollen, sollen oder müssen. Man entfaltet sich einfach und erkundet sich dabei selbst. Dadurch lernt man sich selbst besser kennen.

    Im Bild analysiert der Gärtner den Boden. Er schaut nicht nur oberflächlich auf Rinde, Blätter und Früchte, sondern auch tiefer auf die Wurzeln. Im Coaching lohnt es sich, nicht nur auf das konkrete Anliegen zu schauen. Über das gegenwärtige Erleben hinaus kann man nach Bedeutung des Verhaltens, verborgenen Ängsten und Konflikten fragen. Dadurch versteht man sich selbst besser.

    Sich selbst besser kennen und verstehen zu lernen, darum geht es mir. So wirkt Coaching über das konkrete Anliegen hinaus und rückt die Person ins Zentrum, nicht ihr Problem.

  • Konflikte regulieren statt lösen

    KI-generierte Illustration, erstellt mit ChatGPT. Die dargestellte Szene ist fiktiv und dient ausschließlich der Illustration.

    Konflikte bestimmen das Kopfkino. In der Fantasie spielen sich Vorgänge ab wie im Film. Man schaut zu. Man ist mittendrin. Aber man bestimmt nicht das Programm. Deshalb belasten Konflikte. Sie geben das Gefühl, Kontrolle zu verlieren.

    Intuitiv will man Konflikte lösen. Doch geht das wirklich? Selten! Denn lösen lässt sich ein Konflikt nur, wenn eine Konfliktpartei entfällt. Meistens muss man ihn regulieren, das aber bedeutet, man kann ihn gestalten.1 Leider erkennt man dies selbst selten.

    Konflikte haben eine Funktion. Diese Funktion kann funktional oder dysfunktional sein. Wollen Konflikte etwas verändern, sind sie funktional. Dann kann man etwas tun. Leben sie nur für sich selbst, sind sie dysfunktional. Das ist nicht gut, denn es hilft niemandem.

    Um funktionale Konflikte zu regulieren, muss man sie zunächst analysieren. Anschließend lassen sich Spielräume für die Gestaltung ausmachen. Dabei kann Coaching helfen. Dann bestimmt man schließlich selbst das Programm im Kopfkino.

    1. Vergleiche Klaus Eidenschink, „Die Kunst des Konflikts“, Heidelberg 42025. ↩︎
  • Das Beste aus beiden Welten: Freud vs. Rogers

    KI-generierte Illustration, erstellt mit ChatGPT.1

    Sigmund Freud (1856-1939) und Carl Rogers (1902-1987): Was sie sich wohl zu sagen gehabt hätten? Ihre Ansätze sind grundverschieden: Freud verkörpert den tiefenpsychologischen Ansatz, Rogers den personzentrierten. Dennoch ergänzen sie sich in meinem Coaching.

    In meiner Haltung steht die Person im Zentrum. Wirkung entfaltet man, indem man zu sich kommt und bei sich bleibt. Manche Erfahrungen passen jedoch nicht zu dem Bild, das man von sich selbst hat. Dann kommt es auf den Versuch an, beides wieder in Einklang zu bringen. Deshalb bemühe ich mich um Verständnis und Wertschätzung.

    Darüber hinaus lohnt sich ein Blick in die Tiefe. Damit kann man das Hier und Jetzt oft besser verstehen. Denn Verhalten wird nicht nur bewusst gesteuert, sondern auch unbewusst bestimmt. Hinter aktuellen Problemen verbergen sich alte Konflikte, die man entdecken und bearbeiten kann. Das kann gut tun und befreien.

    So kommt das Beste aus beiden Welten in meinem Coaching zusammen: die personzentrierte Haltung und das Angebot tiefenpsychologischer Deutung. Beides – zusammen oder je für sich – kann helfen, das Leben aktiv zu gestalten.

    1. Die Darstellung von Sigmund Freud und Carl Rogers sowie das dargestellte Gespräch sind fiktiv und dienen ausschließlich der Illustration. Es handelt sich nicht um eine historische Aufnahme oder eine tatsächliche Begegnung der beiden Personen. ↩︎
  • Das innere Team: tierisch gut

    © Alexander Wilken

    Entscheidungen zu treffen, ist gar nicht so einfach. Beruflich wie privat geht es aber nicht anders. Wenn man nicht selbst entscheidet, dann entscheiden schließlich andere. Nun gibt es für jede Option Argumente. Was tun? Man steht da wie der Ochs oder die Kuh vorm Scheunentor. Wie kommt man da nur weiter?

    Bei der Entscheidungsfindung kann die Methode des inneren Teams helfen.1 Das innere Team veranschaulicht die verschiedenen Stimmen, die sich in einer Person zu Wort melden. Sie stehen für verschiedene Facetten einer Persönlichkeit. In einer Konferenz kann man die einzelnen Mitglieder dieses Teams gezielt befragen, sie diskutieren lassen und einander zuordnen. Das kann Klarheit bringen.

    Eine besonders innovative Variante dieser Methode ist das innere Team mit Tieren.2 Dabei symbolisieren Tiere die Facetten der Persönlichkeit. Die Konferenz wird so zum Spielfeld und intuitiv zugänglich. Nach der Konferenz wird aus der Kakofonie ein tierischer Chor. Das Scheunentor steht nun offen…

    1. Das Persönlichkeitsmodell geht auf den Psychologen Friedemann Schultz von Thun zurück; zum Hintergrund vgl. (2.). ↩︎
    2. Susanne Mertens, „Das Innere Team mit Tieren. Tiere als Persönlichkeitssymbole in Psychotherapie und Beratung“, München 32023. ↩︎